Eintauchen ins Naturparadies Costa Rica

Immer wieder tauchte in unseren Plänen der Wunsch auf, während ein paar Jahren im Ausland zu leben. Als die Kinder in die Schule kamen, verpackten wir diesen Plan wohl unbewusst in der Mottenkiste. Angesteckt durch die Erfahrung von Freunden, nahm dann aber der Gedanke Form an, wenigstens für drei Monate die Sicherheit und den Alltag in der Schweiz zu verlassen und uns auf neue Erfahrungen, Bekanntschaft mit einer anderen Kultur und auch etwas Abenteuer einzulassen. Für uns Eltern als Biologen und Botaniker war Costa Rica natürlich eine Traumdestination. Regenwälder und viele andere Landschaften boten die Möglichkeit, einmal in der Praxis zu erkunden, was uns bisher nur in Theorie bekannt war – eine unermessliche Artenvielfalt auf relativ kleinem Raum. Für unsere Kinder Annina und Seraina, zum Zeitpunktder Reise 9 und 7 Jahre alt, war das Abenteuer vorher kaum vorstellbar. Entsprechend bemühten wir uns vor und während der Reise, für ihre Fragen da zu sein und ihnen die nötige Sicherheit zu vermitteln. Wer sie heute von ihren Erlebnissen berichten hört, zweifelt wohl kaum daran, dass wir auch dieses Ziel unserer Reise erreicht haben.
1976 auf dem Landweg nach Indien

Damals hatte jeder eine Art Reisebibel dabei, meistens ein Sehnsuchts-Neoklassiker wie Hiltons «Verlorener Horizont», Hesses «Siddhartha», Tolkiens «Herr der Ringe» oder Kerouacs «On the road». Meine war «Der billigste Trip nach Indien» von Robert Treichler. Damals im Juni 1976, als mein Reiseleben vor dem Verkehrshaus in Luzern begann… Mit gestutzter Hippiemähne direkt vom Coiffeur kommend, ausgerüstet mit sperrigem Gestängerucksack, adrett bekleidet mit Twist-Jeans und «umgebautem» Militärhemd (verpönt aber stark), standen Urs und ich am Strassenrand, erwartungsvoll den Daumen in Richtung Indien gestreckt.
Zimbabwe: Sorry, no diesel

«Was, ihr wollt nach Zimbabwe? Da gibt es ja nichts mehr zu sehen, die Tiere sind weg, die Äcker liegen brach, die Polizei handelt willkürlich etc. Und überhaupt, mit dem eigenen Fahrzeug könnt ihr nicht herumreisen, denn es gibt keinen Tropfen Diesel im Land!» Das waren die Stimmen vieler Leute in Sambia, denen Karin und Christian Reich von ihren Reiseplänen ins Nachbarland erzählten. Sie hatten St. Gallen im Dezember 2004 verlassen und waren seither mit ihrem Toyota-4WD unterwegs Richtung Südafrika. Aufgrund der politischen Situation in Zimbabwe versprachen sie den Daheimgebliebenen, das risikoreiche «Mugabe-Land» zu umfahren. Aber «irgendwo im Nirgendwo» trafen sie Mitte 2005 auf zwei weisse junge Zimbabwer, Andy und Anthony (Ex-Farmmanager und Ex-Safari-Guide, auf der Suche nach neuen Arbeitsmöglichkeiten). Nach einigen Tagen gemeinsamem Reisen weckten sie in Karin und Christian den Wunsch, ihre Familien auf den noch verbleibenden Farmen und in Harare zu besuchen.



