Editorial 90
Wenn ich Geschichten über Menschen lese, die ein naturnahes, beschauliches und bescheidenes Leben führen, regt sich bei mir regelmässig die Sehnsucht nach Rückzug aus unserer hektischen Welt. Eine Welt, die zunehmend von Konsum und oberflächlichem Aktivismus geprägt ist und sich immer schneller zu drehen scheint. Das einfache und harmonische Leben zieht mich in solchen Momenten magisch an: ein Dasein ohne Ablenkung, ohne abstumpfende Dauerberieselung irgendwelcher Medien, ohne Stress und Zeitdruck. Natürlich ist mir klar, dass eine gehörige Portion Verklärung mitschwingt, denn was vordergründig verlockend und nachahmenswert scheint, ist in der Realität der Betroffenen oft ein harter Überlebenskampf.
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